Gefühle mal anders begegnen

Hallo meine Lieben,

Ihr kennt sicher alle, unsere Gefühlsextasen. Ein regelrechtes Auf und Ab. Von einem Gefühl, der Grenzenlosigkeit, in das der puren Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Diese Up and Downs sind gerade in Zeiten wie diesen sehr präsent und verlangen uns sehr viel ab. Man kann diese Empfindungen kaum in Worte fassen bzw. mental begreifen und auch griffig machen. Was kann man deshalb und gerade jetzt dafür tun, diese Achterbahnfahrten harmonischer zu gestalten und gewisse Ursprünge zu erkennen, um in Zukunft ruhiger und entspannter darauf zu reagieren?

Unsere Gefühle und Emotionen sind, wie in einem vorigen Blog beschrieben, geprägt von vorgelebten Erfahrungen aus der Erziehung, von Nachahmungen der Eltern, Freunde etc. Auch unsere Gesellschaft und unsere Kultur bringt so manche Einflüsse und Programmierungen mit sich. Als Kind versprühte man die Leichtigkeit im Tun und auch im Sein. Man hinterfragte so vieles nicht, man tat einfach. Aus einem Instinkt, aus einem Gefühl heraus. Das alles gut ist wie es ist und das ich einfach das Tun möchte, was ich gerade will, weil es mir vom Gefühl her guttut.

Stellt euch vor: Ihr seid ein Kind und fährt zum ersten Mal ans Meer. Ihr wisst nicht, wie es ist, ihr freut euch einfach und nehmt die Fahrt dorthin noch intensiver und achtsamer wahr. Genießt die Landschaften, die Natur, spielt einige Spiele während der Fahrt, amüsiert euch, fühlt euch geborgen und versprüht die Lebensfreude, die jedes Kind zur Gänze in sich trägt.

Dann seht ihr es, eure Augen funkeln und strahlen, Was ist das? Fragt ihr euch, das schillern, das funkeln, der seltsame Duft in der Luft, eine braun gelbe Wiese, Was ist das, Mama? Eure Sinne und eure Wahrnehmung erreicht das Maximum, ihr könnt es kaum erwarten, das Auto zu verlassen. Lange gelbe Wiesen, Apfelbäume mit komischen spitzen Blättern, Fische die 5-mal so groß sind wie unser Hund Bruno. Komisch das alles hier, aber wunderschön und atemberaubend. Ihr steigt aus dem Auto aus, erschreckt kurz, denn die braune Wiese ist sehr heiß und trocken, kitzelt eure Sohlen. Der salzige Duft steigt euch in die Nase, ihr müsst nießen, hinterfragt es aber nicht, sondern möchtet mehr erkunden, mehr erfahren und spüren.

Ihr lauft die gelbe Wiese entlang, zu dem großen schillernden Teich, der Purzelbäume schlägt, immer wieder, ihr wisst nicht, wieso er das macht, aber ihr findet es witzig und hofft das ihm nicht schwindlig wird. Die trockene Wiese klebt zwischen euren Zehen, ihr findet es wunderbar und seht neue Arten von Pflanzen und Tieren, die ihr sonst nur aus Filmen oder Bilderbüchern kennt. Eure Aufmerksamkeit ist grenzenlos, ihr saugt die Eindrücke auf, so als würdet ihr einfach nur atmen und fühlt euch so frei, als könntet ihr fliegen.

Viele Menschen sind hier, ihr seht sie euch an, bestaunt die Vielfalt unter Ihnen, seht Schlösser, die aus der gelben Wiese hervorragen. Eines nach dem anderen baut sich vor euren Augen auf. Du hörst die Drachen rufen und die Einhörner tanzen, Lieder werden gesungen und um das Feuer getanzt. Doch es ist schlussendlich doch der Barbecue-Grill und die Musik aus der Strandbar. Doch die Fantasie und die emotionale Projektion eines Kindes, ist so grenzenlos und versetzt euch in ein tiefes Staunen und in ein Gefühl der Überwältigung, der Freiheit und der Grenzenlosigkeit. Der Kopf/Verstand tritt einen Schritt zurück und genießt diese Eindrücke, die ihr zuvor noch nie wahrgenommen hat.

Deshalb überwiegt auch das Gefühl, das euch Ausdruck verleiht und euch tiefer und sanfter fühlen lässt, euch und die Umgebung fühlen lässt, wie wunderbar und liebevoll doch alles um euch herum ist. Es kommt nur darauf an, wohin ihr eure Aufmerksamkeit lenkt, welche Gefühle nährt ihr mit eurem Fokus. Nährt ihr die Lebensfreude, Fülle und Dankbarkeit in euch, oder die vermeindlich “negativen und hässlichen”, die aber auch immer Erkenntnisse mit sich bringen. Alles was ihr in euch nährt und lebt, erlebt ihr im Außen als Spiegelbild eures Selbst, um es noch tiefer zu erleben und erfahrbar zu machen.

Ihr habt immer die Wahl, in jedem Jetzt-Moment, eure Gefühle zu wählen, die ihr leben möchtet und entfalten möchtet. Wenn ihr überrollt werdet von unangenehmen Empfindungen, dann macht es wie ein Kind, lebt es und lasst es wieder los, wenn es euch nicht dienlich ist. Kinder sind Meister des Loslassens. Ihnen fällt es nicht schwer, diesen Baustein oder Spielzeugauto loszulassen und danach einfach einen anderen auszuwählen, der ihnen gerade ein besseres Gefühl gibt. Kinder handeln aus der Emotion, aus dem Gefühl heraus und der Verstand geht einen Schritt zurück. Da sehr viel intuitiv passiert und der Jetzt-Moment, in den Vordergrund rückt.

Versetzt euch in schwierigen Tagen, Momenten oder Zeiten, einfach in das spielerische Sein eines Kindes, spürt die Lebensfreude in euch, die Grenzenlosigkeit und begegnet manchen Gefühlen mit der Neugierde und der Leichtigkeit. Was kann schon passieren, außer dass ihr eine Erfahrung reicher seid. Ihr fangt nie bei Null wieder an, sondern mit sehr viel Erfahrungsschatz und Ressourcen, die euch im weiteren Leben dienlich sein werden.

Also seit im Umgang mit gewissen Gefühlen und Gedanken spielerisch wie ein Kind. Benutzt vielleicht auch bildliche Metapher für Gefühle, wie ein Spielzeug für ein Kind, wenn euch das Playmobil gerade nichtpasst, lasst es dankbar los, denn es trägt auch eine Erfahrung mit sich. Stattdessen nehmt ihr halt mal das große braune Lego-Pferd und genießt dieses Gefühl, das sich dahinter verbirgt.

In diesem Sinne wünsche ich euch wunderbare Momente der Harmonie, Lebensfreude und Liebe und seid wie ein Kind in gewissen Situationen, lasst euren Verstand mal einen Schritt zurücktreten und lebt die Gefühle in euch, spielerisch und neugierig, wie ein Kind.

Euer Wolfgang